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Donnerstag, den 09. Oktober 2008 um 23:48 Uhr

Ausstellung „terra mineralia“

Für die Gestaltung der außergewöhnlichen Mineraliensammlung - von Fachleuten als nahezu einzigartig eingeschätzt - läuft der Countdown. „Sie besticht durch ihre faszinierende Qualität und ihre ästhetische Wirkung“, sagte Prof. Gerhard Heide, Direktor der Sammlung, am Montag auf einem Pressetag. 140 Vitrinen müssen in den nächsten Tagen eingeräumt werden.

Die mehr als 5000 Minerale, Edelsteine und Meteoriten wurden in 60 Jahren von der in der Schweiz lebenden und aus Sachsen stammenden Unternehmerin Erika Pohl zusammengetragen. Als Stiftungssammlung wurde sie der Technischen Universität Bergakademie Freiberg zur Verfügung gestellt. „Einzige Bedingung: sie sollte der Öffentlichkeit zugänglich sein und als Sammlung erhalten bleiben“, sagte Heide.

Passend zu dem Wert - auf Wunsch der Stifterin wird er nicht genau angegeben, Fachleute sprechen aber von einer Millionensumme - wurden ansprechende Räume im Schloss Freudenstein im Zentrum der Stadt gefunden.Mit mehreren Millionen Euro von EU, Land und Bund wurde das aus dem Mittelalter stammende Bauwerk hergerichtet. Es entstanden unter anderem 1500 Quadratmeter modernste Ausstellungsfläche. Daneben ist in den Räumen auch das Bergarchiv mit Dokumenten zu sechs Jahrhunderten Bergbaugeschichte Sachsens untergekommen.

Die Ausstellung mit dem Namen „terra mineralia“ repräsentiert laut Heide mehrere Milliarden Erdgeschichte. Sie sei wie eine Datenbank. Alle Kontinente bis auf die Antarktis sind vertreten. Die Stücke seien von großer optischer Wirkung. „Kristalle in derartiger Perfektion natürlich gewachsen sind kaum ein zweites Mal zu finden“, schwärmte er. Die Ausstellung werde ein Besuchermagnet, zeigte er sich sicher. Die zum Teil einzigartigen Stücke bieten aber auch der Wissenschaft viele Möglichkeiten. „Das hilft uns bei der Erforschung der Erde und gibt Hinweise auf das Wachsen von Mineralien.“ Interessant sei das unter anderem für die Halbleiterindustrie, wenn es um die Entstehung von Silizium gehe. Stücke der Sammlung werden aber nicht angetastet, stellte er klar.

Dem Besucher zeigen sich die wertvollen Stücke in mehr als 140 Vitrinen, durch ein ausgeklügeltes Lichtkonzept dekorativ in Szene gesetzt. „Quasi eine mineralogische Weltreise kann unternommen werden“, sagte Jutta Petzold-Herrmann, Leiterin der Sammlung. Dazu gebe es Informationen über die Eigenschaften der Stücke, Fundorte, ihre Entstehung oder die heutigeVerwendung. In einer Schatzkammer wird beispielsweise gezeigt, wie Edelsteine zu Schmuckstücken verarbeitet werden. Die Mineraliensammlung ist regulär ab 28. Oktober dienstags bis sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Veröffentlicht in Kunst und Kultur in Sachsen
Montag, den 15. August 2011 um 20:30 Uhr

Fritz von Uhde - Nach Wolkenburg nun auch in Zwickau

Schlangestehen für die Kunst: Zwickau hat seine Kunstsammlungen wieder und startet mit einer Schau des bekannten Impressionisten Fritz von Uhde. „Der Andrang ist sehr groß“, sagte Museumssprecherin Karin Karohl kurz nach Wiedereröffnung des Hauses am Sonntag. Von Uhde (1848-1911), der auf Schloss Wolkenburg unweit von Zwickau geboren wurde, zählt zu den bekannten Malern des Realismus und Impressionismus.

Wegen eines Wasserschadens hatte sich die Eröffnung verzögert, fast zehn Monate mussten die Kunstfreunde warten. Der Nordflügel bleibt noch bis November geschlossen. Dort war im Januar Wasser eingesickert, die Kosten allein für diesen Teil werden auf rund eine Million Euro veranschlagt. Die jetzt geöffneten Räume wurden mit einem Aufwand von etwa 800.000 Euro renoviert - etwa 300.000 Euro davon stammten aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung.

Auch wenn es im Nordflügel mit seinem Notdach derzeit noch dunkel ist, geht es bei der ersten Exposition der Kunstsammlungen im neuen Ambiente um die „Göttlichkeit des Lichts“. Die gleichnamige Sonderausstellung ist von Uhde gewidmet und erinnert an seinen 100. Todestag in diesem Jahr.

Neben Max Liebermann, Gotthard Kuehl, Lovis Corinth und Max Slevogt wird er zu den fünf Klassikern der impressionistischen Malerei in Deutschland gerechnet. Seine Werke waren bisher nur selten in Einzelausstellungen zu sehen. 1911 gab es in München eine Nachlass-Ausstellung. 1998/1999 wurde in Bremen, Leipzig und München die Schau „Fritz von Uhde. Vom Realismus zum Impressionismus“ gezeigt.

Dem Mangel an öffentlicher Präsentation von Uhde-Malerei wollen die Zwickauer nun abhelfen. Für ihre Erstlingsausstellung haben sie sich bis zum 6. November 185 Werke aus Privatbesitz und öffentlichen Sammlungen aus Bautzen, Chemnitz, Dresden, Greifswald, Hannover, Leipzig und Wuppertal ausgeliehen.

Das Museum in Zwickau wurde 1914 eröffnet. Es besitzt unter anderem sakrale Skulpturen und eine Gemäldesammlung mit Werken vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Glanzlicht ist ein Raum mit Bildern des Brücke-Künstlers und gebürtigen Zwickauers Max Pechstein (1881-1955). Zum Bestand gehören mehr als 1000 Gemälde, etwa 30.000 Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken und Fotos sowie 500 Skulpturen. Pro Jahr kommen rund 10.000 Besucher in die Ausstellungen

Veröffentlicht in Kunst und Kultur in Sachsen
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