Wiedereinführung vieler alter Kfz-Kennzeichen
Sachsens Autofahrer erwartet absehbar 2012 die Wiedereinführung vieler alter Kfz-Kennzeichen, die zuvor infolge von mehreren Kreis- und Gebietsreformen abgeschafft worden waren.
Beim sächsischen Wirtschaftsministerium liegen bereits 18 Anträge von Kommunen vor, die künftig ihre alten Kfz-Kennzeichen zusätzlich zu den heute gültigen neuen Kennzeichen vergeben wollen. Damit reagieren sie auf den anhaltenden Wunsch vieler Kraftfahrzeugbesitzer, sich stärker mit ihrer unmittelbaren Heimatregion zu identifizieren. In Sachsen gab es nach der Wende bis zu 55 verschiedene Kürzel für die in den Landkreisen und kreisfreien Städten neu zugelassenen Fahrzeuge. Heute sind es noch 13. Die Rückkehr der alten regionalen Autokennzeichen erfordert eine Änderung der bundesweit geltenden Fahrzeugzulassungsverordnung. Über eine Neufassung berät zurzeit eine Bund-Länder-Kommission. Deren Vorschlag müssen später Bundestag und Bundesrat zustimmen.
73 Prozent der Bürger dafür
Prinzipiell sollen die wiedereingeführten Kfz-Kennzeichen künftig bei der Neuanmeldung eines Fahrzeuges wahlweise neben den aktuell gültigen Kennzeichen vergeben werden. Ob der Gesetzgeber ebenfalls erlauben wird, bereits früher verteilte Kennzeichen nachträglich zu tauschen, ist noch offen.
Nachdem sich die Verkehrsministerkonferenz der Länder im April einstimmig für eine Wiedereinführung ausgelaufener Autokennzeichen ausgesprochen hat, gibt es für diese Initiative inzwischen deutschlandweit Unterstützung. Nach Angaben des Heilbronner Professors Ralf Borchert haben sich bisher 125 Städte im gesamten Bundesgebiet durch Stadtratsbeschlüsse, die Unterzeichnung von gemeinsamen Erklärungen oder entsprechende Anträge an die Landesverkehrsminister für die Wiedereinführung der alten Kennzeichen ausgesprochen. Breite Zustimmung finden diese Pläne laut Borchert auch in der Bevölkerung. So ergab eine Erhebung der Hochschule Heilbronn mit über 25.000 persönlichen Interviews, dass mehr als 73 Prozent der Befragten dieses Anliegen befürworten. „Es ist eine sehr bürgerfreundliche und damit begrüßenswerte Haltung, wenn die Politik nun offensichtlich auf den Wunsch der Menschen reagiert“, erklärt der Wissenschaftler.
In Sachsen existieren seit Längerem verschiedene Initiativen zur Wiedereinführung der Alt-Kennzeichen. In Riesa und Großenhain gibt es bereits entsprechende Beschlüsse der Stadträte. Auch der Kamenzer Stadtrat hat sich im März dafür ausgesprochen. In Löbau und Sebnitz beauftragten die Stadträte jeweils ihre Oberbürgermeister, sich für die Wiedereinführung der ausgelaufenen alten Kennzeichen einzusetzen. Noch keine offiziellen Beschlüsse, aber grundsätzlich große Zustimmung für das Projekt gibt es unter anderem in Dippoldiswalde, Freital, Niesky und Hoyerswerda
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