Tausende Simson-Fans treffen sich in Zwickau
Zu den Höhepunkten gehörten Beschleunigungsrennen mit straßentauglichen und auch aufgerüsteten, eine Stuntshow sowie die Wahl des schönsten Mopeds. Für den frühen Abend war noch eine gemeinsame Rundfahrt durch Zwickau sowie ins Umland geplant. Würfel kündigte für 2012 eine Neuauflage der Veranstaltung an.
Das Treffen in Zwickau gilt bei den Fans der Fahrzeuge aus Suhl als größtes seiner Art in Deutschland. Die Simson-Zweiräder der Marken Star, Spatz, Sperber, Schwalbe, Habicht, S50, S51 und SR 50 genießen inzwischen bundesweit Kultstatus, obwohl die Fahrzeuge nicht mehr produziert werden.
Besonders beliebt seien die Mokicks aus DDR-Produktion, weil sie offiziell für eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometer pro Stunde zugelassen sind, sagte ein MZA-Sprecher. Das sei im deutsch-deutschen Einigungsvertrag für die DDR-Fahrzeuge geregelt worden
Fritz von Uhde - Nach Wolkenburg nun auch in Zwickau
Schlangestehen für die Kunst: Zwickau hat seine Kunstsammlungen wieder und startet mit einer Schau des bekannten Impressionisten Fritz von Uhde. „Der Andrang ist sehr groß“, sagte Museumssprecherin Karin Karohl kurz nach Wiedereröffnung des Hauses am Sonntag. Von Uhde (1848-1911), der auf Schloss Wolkenburg unweit von Zwickau geboren wurde, zählt zu den bekannten Malern des Realismus und Impressionismus.
Wegen eines Wasserschadens hatte sich die Eröffnung verzögert, fast zehn Monate mussten die Kunstfreunde warten. Der Nordflügel bleibt noch bis November geschlossen. Dort war im Januar Wasser eingesickert, die Kosten allein für diesen Teil werden auf rund eine Million Euro veranschlagt. Die jetzt geöffneten Räume wurden mit einem Aufwand von etwa 800.000 Euro renoviert - etwa 300.000 Euro davon stammten aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung.
Auch wenn es im Nordflügel mit seinem Notdach derzeit noch dunkel ist, geht es bei der ersten Exposition der Kunstsammlungen im neuen Ambiente um die „Göttlichkeit des Lichts“. Die gleichnamige Sonderausstellung ist von Uhde gewidmet und erinnert an seinen 100. Todestag in diesem Jahr.
Neben Max Liebermann, Gotthard Kuehl, Lovis Corinth und Max Slevogt wird er zu den fünf Klassikern der impressionistischen Malerei in Deutschland gerechnet. Seine Werke waren bisher nur selten in Einzelausstellungen zu sehen. 1911 gab es in München eine Nachlass-Ausstellung. 1998/1999 wurde in Bremen, Leipzig und München die Schau „Fritz von Uhde. Vom Realismus zum Impressionismus“ gezeigt.
Dem Mangel an öffentlicher Präsentation von Uhde-Malerei wollen die Zwickauer nun abhelfen. Für ihre Erstlingsausstellung haben sie sich bis zum 6. November 185 Werke aus Privatbesitz und öffentlichen Sammlungen aus Bautzen, Chemnitz, Dresden, Greifswald, Hannover, Leipzig und Wuppertal ausgeliehen.
Das Museum in Zwickau wurde 1914 eröffnet. Es besitzt unter anderem sakrale Skulpturen und eine Gemäldesammlung mit Werken vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Glanzlicht ist ein Raum mit Bildern des Brücke-Künstlers und gebürtigen Zwickauers Max Pechstein (1881-1955). Zum Bestand gehören mehr als 1000 Gemälde, etwa 30.000 Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken und Fotos sowie 500 Skulpturen. Pro Jahr kommen rund 10.000 Besucher in die Ausstellungen
Sanierung für Reformatoren am Zwickauer Dom
Die in Stein gehauenen Führer der Reformation an der Nordfassade des Zwickauer Domes werden restauriert. „Am Reformationstag, dem 31. Oktober, sollen die ersten 16 der insgesamt 25 teils lebensgroßen Statuen wieder in voller Schönheit erstrahlen“, sagte Dombaumeister Michael Kühn der Nachrichtenagentur dpa. Die Luftverschmutzung hatte Martin Luther (1483-1546) und seinen Gefährten schon zu Zeiten der DDR heftig zugesetzt. Jetzt werden fehlende Teile ergänzt und der Stein konserviert. Bis Ende nächsten Jahres soll die Prozedur beendet sein. Anlass für die Arbeiten ist das 500. Reformationsjubiläum 2017.
Für insgesamt rund 300 000 Euro von Bund, Land und Landeskirche werden laut Kühn zudem der Giebel an der Nordseite sowie ein Portal wieder auf Vordermann gebracht. Ein großes Banner mit dem Abbild Luthers verbirgt die Baustelle. Die Südseite des Gebäudes gegenüber war schon in den vergangenen Jahren saniert worden.
Am Zwickauer Dom - der nie ein Bischofssitz war - haben 1520/21 der spätere Bauernführer Thomas Münzer (1489-1525) und 1522 auch Luther selbst gepredigt. Etwa 1180 soll eine erste Kirche an der Stelle gestanden haben, etwa 1565 erhielt der spätgotische Bau sein jetziges Antlitz. Er beherbergt sakrale Kostbarkeiten wie einen Haupt- und Marienaltar, Kanzel und Taufe in Sandstein und das Heilige Grab als Schnitzwerk von 1509. Die Figuren der Reformatoren an der Nordseite, die restauriert werden, stammen von 1871.
In der Vergangenheit hatte das Gebäude vor allem mit den Spätfolgen des Steinkohlebergbaus und den sich daraus ergebenden Bewegungen des Zwickauer Untergrundes zu kämpfen: Risse in den Wänden, verzogene Fenster, bröckelnde Steine. In den 1990-er Jahren wurden rund zwei Millionen Euro in die Sanierung gesteckt. „Eigentlich waren alle der Meinung, der Berg hat sich beruhigt“, sagte Kühn. Seit etwa zwei Jahren gibt es nun neue Risse in den Wänden, abgeplatzte Brüstungen, schadhafte Stufen, schiefe Böden.
„Wir wissen nicht, was der Grund dafür ist“, gesteht Kühn. Deshalb soll mit Hilfe des Freistaates und in Zusammenarbeit unter anderem mit den Technischen Universitäten in Dresden und Freiberg möglichst noch in diesem Jahr ein großes Bodenmessprogramm gestartet werden. „Wir müssen herausfinden, was sich unter der Erdoberfläche tut“, sagte Kühn
Über Sachsen und seine Städte und Gemeinden informieren