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Montag, den 15. August 2011 um 20:28 Uhr

Sanierung für Reformatoren am Zwickauer Dom

Die in Stein gehauenen Führer der Reformation an der Nordfassade des Zwickauer Domes werden restauriert. „Am Reformationstag, dem 31. Oktober, sollen die ersten 16 der insgesamt 25 teils lebensgroßen Statuen wieder in voller Schönheit erstrahlen“, sagte Dombaumeister Michael Kühn der Nachrichtenagentur dpa. Die Luftverschmutzung hatte Martin Luther (1483-1546) und seinen Gefährten schon zu Zeiten der DDR heftig zugesetzt. Jetzt werden fehlende Teile ergänzt und der Stein konserviert. Bis Ende nächsten Jahres soll die Prozedur beendet sein. Anlass für die Arbeiten ist das 500. Reformationsjubiläum 2017.

Für insgesamt rund 300 000 Euro von Bund, Land und Landeskirche werden laut Kühn zudem der Giebel an der Nordseite sowie ein Portal wieder auf Vordermann gebracht. Ein großes Banner mit dem Abbild Luthers verbirgt die Baustelle. Die Südseite des Gebäudes gegenüber war schon in den vergangenen Jahren saniert worden.

Am Zwickauer Dom - der nie ein Bischofssitz war - haben 1520/21 der spätere Bauernführer Thomas Münzer (1489-1525) und 1522 auch Luther selbst gepredigt. Etwa 1180 soll eine erste Kirche an der Stelle gestanden haben, etwa 1565 erhielt der spätgotische Bau sein jetziges Antlitz. Er beherbergt sakrale Kostbarkeiten wie einen Haupt- und Marienaltar, Kanzel und Taufe in Sandstein und das Heilige Grab als Schnitzwerk von 1509. Die Figuren der Reformatoren an der Nordseite, die restauriert werden, stammen von 1871.

In der Vergangenheit hatte das Gebäude vor allem mit den Spätfolgen des Steinkohlebergbaus und den sich daraus ergebenden Bewegungen des Zwickauer Untergrundes zu kämpfen: Risse in den Wänden, verzogene Fenster, bröckelnde Steine. In den 1990-er Jahren wurden rund zwei Millionen Euro in die Sanierung gesteckt. „Eigentlich waren alle der Meinung, der Berg hat sich beruhigt“, sagte Kühn. Seit etwa zwei Jahren gibt es nun neue Risse in den Wänden, abgeplatzte Brüstungen, schadhafte Stufen, schiefe Böden.

„Wir wissen nicht, was der Grund dafür ist“, gesteht Kühn. Deshalb soll mit Hilfe des Freistaates und in Zusammenarbeit unter anderem mit den Technischen Universitäten in Dresden und Freiberg möglichst noch in diesem Jahr ein großes Bodenmessprogramm gestartet werden. „Wir müssen herausfinden, was sich unter der Erdoberfläche tut“, sagte Kühn

Veröffentlicht in Aus den Städten und Gemeinden
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